http://liesmalcu.surfino.info



»»Jetzt lesen

Hier immer eine Auswahl, die ich regelmäßig austausche.

 

Langsam wirkt der Sommer wieder vergänglich .......
Noch schnell vieles tun - 
reisen, im Hafen einlaufen, am Meer sein, schwimmen. 

 

Reisegedicht

 
Letzter Halt
 
Auf dieser ganzen langen Reise
durch mein Leben
bist du
die schönste Station.
 
Wo ich auch anhielt,
was ich dort auch tat,
es ist jetzt schon vergangen.
Zu dir aber
werde ich immerzu wollen.
 
Gleichgültig
wie oft
oder selten
und mit welcher Fahrt,
bei dir
finde ich
mich angekommen.
 
 
Hafen finden
 
 
Es fuhr ein Schiff aufs Meer hinaus,
weil es das gerade musste.
Doch eigentlich war´s ihm ein Graus,
das stete Windgepuste.
 
So schob es durch die Wogen sich,
erschreckte Fisch und Meergetier.
Der Wind wild durch die Segel strich,
mal heult er dort, mal zerrt er hier.
 
Viel lieber läg´ das Schiff im Hafen
und träumte dort im Sonnenschein.
Nicht Sturm und Woge! Nur mal schlafen...
So schipperte es endlich heim.
 
Vor Anker wurd´ es blank geputzt,
das war so schön wie streicheln.
Es hat den Meeren doch getrotzt. - 
Ich möcht´ dem Schiffe gleichen.
 
 
 
Am Meer
 
Seewind grüßt,
streift meine Gedanken mit sich fort.
Ich muss mich auf die Suche nach ihnen machen,
den alten und den neuen.
 
Schwerer Sand
will meinen festen Schritt.
Feine Erde lockt mich,
sie zu streicheln.
 
Kräuselwellen gleiten an Land,
rauschen mir zärtlich.
Ich sehe und höre
bis auf den Grund.
 
Dünengras.
Dürr, wie es ist,
biegt es sich störrisch nach oben
und steht aufrecht. 
 
Wasservögel
sitzen und schwimmen sicher,
fliegen und stolzieren so leicht.   
Eine Feder will ich ihnen nehmen.
 
Strandluft bemächtigt sich meiner.
Berauscht taumele ich
in ihre Klarheit,
atme sie tief in mich ein.
 
Die Sonne geht unter,
vereinigt Horizont und Wasser
in leuchtendem Farbenspiel,
in dem jede Zeit verschwimmt.
 
Salzbrennende Augen, lichterloh.
Sich ins Sandwasser grabende Füße.
Ich lecke am meernassen Finger
und verliere und finde mich, unendlich.
 
Am Meer                                                                                   (Usedom, Mai 2006)
 
 
 
 
Schwimmer
 
 
Brustschwimmer.
Immer den Kopf oben.
Heranspritzendes Wasser prallt ab.
Arme und Beine rudern.
Treiben verlässlich gleichtönig an.
 
Rückenschwimmer.
Kommt vorwärts ohne hinzuschauen.
Lässt das Wasser an sich ablaufen.
Den Blick ins Nichts gerichtet.
Will nicht wissen, was kommt.
 
Taucher.
Atemberaubt Tiefe suchend.
Schwerelos verloren in der Faszination.
Jede Sicherheit verlassend.
Wissend, auftauchen zu müssen.
 
Krauler.
Wild um sich schlagend.
Schnell unterwegs, ohne links und rechts.
Nur flüchtig sehend.
Angestrengt auf irgend ein Ziel gerichtet.
 
Treiber.
Bewegungslos der Wonne erliegend.
Ohne Antrieb auf den Moment beschränkt.
Spürt nur sich selbst.
Zeit und Raum vergessend.
 
Nichtschwimmer.
Verzweifelt zappelnd.
Muss schlucken was da tobt.
Geht unter in Bedeutungslosigkeit.
Verliert sich ins Bodenlose.
 
Schwimmer?
Alle Disziplinen versucht?
Welche gewählt?
Eine passt immer,
kleiner Mensch.
 
 
 
 
 
 
 
                                                                                                                                               
 
                                                                                                                                          
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Kommentar am 27.08.2008 21:46 Uhr von Chris
Ich habe mich gerade mit deinem ,,Reisegedicht`` befasst und mich spontan dazu entschieden, es von nun an zu meinen Lieblingsgedichten zu zählen. Wieder mal ärgerlich ist nur, dass mir so etwas Schönes und Treffendes nicht selber einfällt. Auch dieses Gedicht erlaube ich mir auf meiner Homepage zu veröffentlichen.
Kommentar am 03.06.2008 01:10 Uhr von Marianne Kohl
Ich bin beeindruckt wie man es nur sein kann. das ich so eine Künstlerin kenne, wusste ich bis jetzt nicht.
Als nächstes werde ich mir die Bücher besorgen.
Alles liebe Frau Kohl
Kommentar am 21.04.2008 10:42 Uhr von Christina
Hallo Namensvetterin:)
Wie bereits angekündigt, habe ich deine Homepage mal unter die Lupe genommen und musste grinsen, als ich das "Kopfwehgedicht" vorfand! Weißt du noch- du hast es bei Cmr geschrieben, als mir der Kopf brummte...Bin schwer beeindruckt von deinen Gedichten; sie sind richtig tiefsinnig! Mach' weiter so:)
Kommentar am 10.03.2008 22:04 Uhr von Christel
Hab lachen müssen über dein Osterhasen- Gedicht. Auf den Punkt treffend formuliert. Und wie wahr!
Kommentar am 06.12.2007 Uhr von Dieter
Die \"Zwei Reisen\" gefallen mehr aus bekanntem Grund natürlich am besten.<br />
Aber die \"alternativen\" Weihnachts- und Silvetergedichte sind auch nicht übel.
Kommentar am 30.10.2007 10:19 Uhr von Angi
Hallo Christina,

ich wollte mich - auch hier nochmal -für deine Lesung vom Sonntag, den 28.10.07 im Courage bedanken.
Es war schön und anrührend, Deine Texte nicht nur zu lesen, sondern auch zu hören. Danke... und mach weiter so.

Liebe Grüße Angi
Kommentar am 23.08.2007 08:36 Uhr von Petra
Graswispern ....
- der Boden riecht grasig, das Grün ist so warm -
das ist es, das Sommergefühl unter weißen Wolken, gut nachvollziehbar und und sommerlich leicht geschrieben. Es gefällt mir am besten aus der Kollektion der Sommergedichte.
Liebe Grüße von Petra und, um deine worte zu bemühen: - ich freu´ mich von Herzen und lass mich nicht stör´n
gelegentlich noch das Gras wispern zu hör´n.-
Kommentar am 26.07.2007 14:23 Uhr von Angi
Hi Du, mir gefällt Dein Juligedicht vom Wind. Ich bin gerade verliebt und kann dem Wind - und Deinen schönen Worten gut nachspüren. Du findest treffende Worte der Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit. Kein Wind, kein Sturm kann die Gefühle tief in uns drinnen ersetzen oder übertönen. Mach weiter so. LG Angi
Kommentar am 06.05.2007 10:32 Uhr von Petra
Der Sieg über die Zeit nach einem langen Kampf gesäumt von schönen Worten, unter denen sich auch einige wohlbekannte, uns beide miteinander verbindende befanden ... so einen Sieg kann man sich nur wünschen... wenn die Zeit für uns einst ran ist.
Kommentar am 21.04.2007 02:46 Uhr von Petra
Um die Reihe aufrechtzuerhalten, wäre ja jetzt eigentlich Chris erst wieder dran zu kommentieren ... aber so lange will ich nicht warten. Wer hat sich nicht schon mal in einen Sonnenstrahl verliebt? Aber so schön beschrieben hat das noch niemand. Auch die anderen Zeilen sind erfrischend frühlingsverliebt durchdrungen. Hat Spaß gemacht, zu lesen. Liebe Grüße
von Petra
Kommentar am 08.03.2007 23:42 Uhr von Petra
"Die alten Kleider liegen abgestreift,
die neuen bereit."

Oh Christina, bist du dir bewußt, was du da geschrieben hast?
Gratuliere und lass die ollen Plünnen bloß liegen ....
Kommentar am 08.03.2007 10:27 Uhr von Chris
Dass auch dich dein Mutmacherchen nie verlässt! Welch' schöne Ideen hast du doch für deine immer sehr sorgfältig und treffend formulierten Texte! Sie sind mir wieder ans Herz gegangen. Und so tief traurig auch das 1. Gedicht auf mich wirkt (Weiß er denn nicht, wie tief er in dir/ihr ist???), um so hoffnungsvoller klingt das 2., wenn beide zu verhindern wissen, dass aus der Gewissheit des Fürimmerzusammenseins ein routinemäßiges Miteinander entsteht.
Was deine Leseabende betrifft: Alle Achtung, was du alles auf die Beine stellst! Ich wäre so gern dabei, aber es geht doch nun mal nicht. Bleibt mir nur, dir viele Besucher und einen erfolgreichen Abend zu wünschen! Das wird es ganz bestimmt. Liebe Grüße von Chris mal wieder
Kommentar am 26.02.2007 20:28 Uhr von Petra
Am besten gefällt mir die erste Strophe vom "Tag im Januar" und am tiefsten berührt mich die Erklärung zum Valentinstag ...
aber das weißt du ja bestimmt schon längst ...
Liebe Grüße von Petra
Kommentar am 03.11.2006 17:48 Uhr von Chris
Wow, hier regnet es gute Gedichte! Ich musste mich einfach noch einmal zu Wort melden. Besonders das erste und das letzte dieser Auswahl haben es mir angetan. Mit dem Gedicht ,,Türspalt'' bearbeitest du ein eigentlich ernstes Thema auf witzig- spritzige Weise, gemixt mit einem Schuss Selbstironie. Gefällt mir sehr! Man erkennt sich ein bisschen wieder und muss über sich selber lachen.
Der ,,Spätsommer- Blues'' ist für mich ein ganz besonderes, wunderschönes Gedicht. So treffend beobachtet und mit den richtigen Worten beschrieben! Für mich als Natur- Freak einfach eine große Freude es zu lesen.
Die Gedichte 2 und 3 haben für meinen Geschmack etwas zu viel Pathos, aber manchmal ist man halt in dieser Stimmung. Ich freue mich schon auf die Dezember- Auswahl. Viele Grüße von Chris
Kommentar am 06.10.2006 22:23 Uhr von Chrissy
Wunderschöne Gedichte sind das! Man möchte versinken darin. Du sprichst das aus, was ich denke und fühle, aber nicht so gut formulieren kann. Ich hoffe, noch sehr viel mehr von dir lesen zu können. Ich nehme deine Texte wie Nahrung auf oder wie eine sprudelnde Lebensquelle, sie stärken, erfrischen und bereichern mich. Lass diese Quelle nie versiegen!
Liebe Grüße von Chrissy

»» Kommentar hinzufügen

 

Die eigene Homepage erstellen