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Hier immer eine Auswahl, die ich regelmäßig austausche.
Langsam wirkt der Sommer wieder vergänglich ....... Noch schnell vieles tun - reisen, im Hafen einlaufen, am Meer sein, schwimmen.
Reisegedicht
Letzter Halt
Auf dieser ganzen langen Reise
durch mein Leben
bist du
die schönste Station.
Wo ich auch anhielt,
was ich dort auch tat,
es ist jetzt schon vergangen.
Zu dir aber
werde ich immerzu wollen.
Gleichgültig
wie oft
oder selten
und mit welcher Fahrt,
bei dir
finde ich
mich angekommen.
Hafen finden
Es fuhr ein Schiff aufs Meer hinaus,
weil es das gerade musste.
Doch eigentlich war´s ihm ein Graus,
das stete Windgepuste.
So schob es durch die Wogen sich,
erschreckte Fisch und Meergetier.
Der Wind wild durch die Segel strich,
mal heult er dort, mal zerrt er hier.
Viel lieber läg´ das Schiff im Hafen
und träumte dort im Sonnenschein.
Nicht Sturm und Woge! Nur mal schlafen...
So schipperte es endlich heim.
Vor Anker wurd´ es blank geputzt,
das war so schön wie streicheln.
Es hat den Meeren doch getrotzt. -
Ich möcht´ dem Schiffe gleichen.
Am Meer
Seewind grüßt, streift meine Gedanken mit sich fort. Ich muss mich auf die Suche nach ihnen machen,
den alten und den neuen.
Schwerer Sand
will meinen festen Schritt.
Feine Erde lockt mich,
sie zu streicheln.
Kräuselwellen gleiten an Land, rauschen mir zärtlich. Ich sehe und höre
bis auf den Grund.
Dünengras. Dürr, wie es ist,
biegt es sich störrisch nach oben und steht aufrecht.
Wasservögel sitzen und schwimmen sicher,
fliegen und stolzieren so leicht. Eine Feder will ich ihnen nehmen.
Strandluft bemächtigt sich meiner. Berauscht taumele ich in ihre Klarheit,
atme sie tief in mich ein.
Die Sonne geht unter,
vereinigt Horizont und Wasser
in leuchtendem Farbenspiel, in dem jede Zeit verschwimmt.
Salzbrennende Augen, lichterloh. Sich ins Sandwasser grabende Füße.
Ich lecke am meernassen Finger
und verliere und finde mich, unendlich.
Am Meer (Usedom, Mai 2006)
Schwimmer
Brustschwimmer.
Immer den Kopf oben.
Heranspritzendes Wasser prallt ab.
Arme und Beine rudern.
Treiben verlässlich gleichtönig an.
Rückenschwimmer.
Kommt vorwärts ohne hinzuschauen.
Lässt das Wasser an sich ablaufen.
Den Blick ins Nichts gerichtet.
Will nicht wissen, was kommt.
Taucher.
Atemberaubt Tiefe suchend.
Schwerelos verloren in der Faszination.
Jede Sicherheit verlassend.
Wissend, auftauchen zu müssen.
Krauler.
Wild um sich schlagend.
Schnell unterwegs, ohne links und rechts.
Nur flüchtig sehend.
Angestrengt auf irgend ein Ziel gerichtet.
Treiber.
Bewegungslos der Wonne erliegend.
Ohne Antrieb auf den Moment beschränkt.
Spürt nur sich selbst.
Zeit und Raum vergessend.
Nichtschwimmer.
Verzweifelt zappelnd.
Muss schlucken was da tobt.
Geht unter in Bedeutungslosigkeit.
Verliert sich ins Bodenlose.
Schwimmer?
Alle Disziplinen versucht?
Welche gewählt?
Eine passt immer,
kleiner Mensch.
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