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Hier immer eine Auswahl, die ich regelmäßig austausche.

 

Über diesen Sommer will ich mal meine kleineren, feinen und eher kürzeren Gedichte präsentieren.

Sie sollen sowohl die jahreszeitliche Stimmung transportieren als auch - hoffentlich - Freude machen. Euch allen Lesern wünsche ich damit schöne, lebensintensive Sommertage!

 

 

 

Deine Balkonblumen
 
 
Aus jedem Blümchen vom Balkon,
da lächle ich zu dir.
 
Weil du sie alle lieb hast,
hoff ich, du machst´s auch bei mir.
 
 
 
 
Die Libelle
 
Verirrt schwebt eine Libelle durch meine Räume.
Ihr Flügelschlag berührt auch meine Träume.
Schnell ist sie weg, ein zartes blaues Schillern fällt zurück,
lässt mir den Traum - doch zeigt Zerbrechlichkeit von Glück.
 
 
 
 
In diesem Moment .....
 
 
Wenn ich im Sommer friere,
Telefonanstarranfälle kriege,
jeden Straßenköter hingebungsvoll streichle,
mein Postfach anbete,
verstohlen mindestens elf Mal hintereinander ein Liebesgedicht lese,
mein Radio bei manchen Liedern ausmache
und beim Einschlafen das Kissen massiere
 
- in diesem Moment -
 
würde ich zirka zweihundertsiebenundvierzig Kilometer fahren,
mit einem Blechhaufen auf Rädern,
ohne zaudern, ohne Zahnbürste, ohne Geld
und hungrig,
würde meinen Kindern mal absagen
und zur Not auch drei Tage die gleichen Socken tragen,
nur
 
- um diesen Moment
 
 
..... in deinen Armen sein zu können.
 
 
 
 
Moseltag
 
 
Durch einen Sommertag getragen
von einem Schiff auf Flusses Wellen,
vergaß ich einmal alle Fragen,
ich brauchte keine mehr zu stellen.
 
Von sattem Grün friedvoll umgeben,
von fließend´ Wasser aufgericht´,
sorg´ ich mich nicht um dieses Leben
und schreibe lieber ein Gedicht.
 
Euch, Freunde, Dank sei für das Beisein,
ihr habt mir alle wohl getan.
Dass Wasser fließt, wird nie vorbei sein.
Kommt, lasst uns immer denken dran.
 
 
 
 
Zwei Vierzeiler
 
 
Bärenglück
 
Ein Bär, der tapste durch den Wald.
Beinahe wurd´ er drüber alt.
Bis er den Bienenstock entdeckte.
Fortan er nur mehr Honig leckte.
 
 
Bienenglück
 
Im Bärenfell ein Bienchen sitzt,
der Bär nascht an den Waben.
Vor Wärme fast das Bienchen schwitzt.
Wie gut, dass sie sich haben.
 
 
 
                                          
                
             Zeichen
 
                  Wo immer sich zwei Schiffe kreuzen,
                       wie man sich auch in Meeren fand,
                           dort, wo der Leuchtturm steht, erhoben,
                                  dort finden beide sich´res Land...
 
 
 
 
Der unstillbare Wunsch nach Meer,
                                       nach mehr
 
 
 
In deinen Armen liegt ein Meer,
das stärker ist als ich.
Ich schwimm in seinen Wogen sehr
und doch verschlingt es mich.
Kein Strand ist da und keine Boje,
an deren Stand ich Atem hole.
 
Dein Fassen lässt mich tief versinken,
es ist ein kleiner Tod.
Doch darf ich dieses Meer austrinken
und seh das Morgenrot.
In deinen Augen find ich Grund
und küss mich fest an deinem Mund.
 
Komm, nimm mich wieder, ganz und gar,
zieh mich doch zu dir hin.
Ergreife mich mit Haut und Haar,
dass eins ich mit dir bin.
In deinen Armen ist es gut,
bei dir ist Leben, Sterben, Mut.
 

Kommentar am 12.03.2010 05:12 Uhr von Marianne Kohl
Liebe Christina,
wer je Deine Stimme gehört hat - hört Dich in jedem einzelnen Wort was er liest.
Ich kann Dir nur gratulieren.
Lieber Gruß Marianne
Kommentar am 26.02.2009 19:45 Uhr von Angie S.
Hi Christina,
willkommen in 50 Jahren Leben. Mit Höhen und Tiefen - und wie Du treffend beschreibst - mit vielen Facetten. Danke auch noch mal für Deine "Privatlesung" an meinem Geburtstag. Ein schöneres Geschenk konntest Du mir gar nicht machen. *bussi* Deine Angie - dann auf... in die nächsten 50 ...
Kommentar am 06.11.2008 22:23 Uhr von Chris
Eine Bettdecke nur! Wie schade eigentlich. Hatte gehofft, es wäre eine Liebeserklärung an einen Menschen.
Kommentar am 27.08.2008 21:46 Uhr von Chris
Ich habe mich gerade mit deinem ,,Reisegedicht`` befasst und mich spontan dazu entschieden, es von nun an zu meinen Lieblingsgedichten zu zählen. Wieder mal ärgerlich ist nur, dass mir so etwas Schönes und Treffendes nicht selber einfällt. Auch dieses Gedicht erlaube ich mir auf meiner Homepage zu veröffentlichen.
Kommentar am 03.06.2008 01:10 Uhr von Marianne Kohl
Ich bin beeindruckt wie man es nur sein kann. das ich so eine Künstlerin kenne, wusste ich bis jetzt nicht.
Als nächstes werde ich mir die Bücher besorgen.
Alles liebe Frau Kohl
Kommentar am 21.04.2008 10:42 Uhr von Christina
Hallo Namensvetterin:)
Wie bereits angekündigt, habe ich deine Homepage mal unter die Lupe genommen und musste grinsen, als ich das "Kopfwehgedicht" vorfand! Weißt du noch- du hast es bei Cmr geschrieben, als mir der Kopf brummte...Bin schwer beeindruckt von deinen Gedichten; sie sind richtig tiefsinnig! Mach' weiter so:)
Kommentar am 10.03.2008 22:04 Uhr von Christel
Hab lachen müssen über dein Osterhasen- Gedicht. Auf den Punkt treffend formuliert. Und wie wahr!
Kommentar am 06.12.2007 Uhr von Dieter
Die \"Zwei Reisen\" gefallen mehr aus bekanntem Grund natürlich am besten.<br />
Aber die \"alternativen\" Weihnachts- und Silvetergedichte sind auch nicht übel.
Kommentar am 30.10.2007 10:19 Uhr von Angi
Hallo Christina,

ich wollte mich - auch hier nochmal -für deine Lesung vom Sonntag, den 28.10.07 im Courage bedanken.
Es war schön und anrührend, Deine Texte nicht nur zu lesen, sondern auch zu hören. Danke... und mach weiter so.

Liebe Grüße Angi
Kommentar am 23.08.2007 08:36 Uhr von Petra
Graswispern ....
- der Boden riecht grasig, das Grün ist so warm -
das ist es, das Sommergefühl unter weißen Wolken, gut nachvollziehbar und und sommerlich leicht geschrieben. Es gefällt mir am besten aus der Kollektion der Sommergedichte.
Liebe Grüße von Petra und, um deine worte zu bemühen: - ich freu´ mich von Herzen und lass mich nicht stör´n
gelegentlich noch das Gras wispern zu hör´n.-
Kommentar am 26.07.2007 14:23 Uhr von Angi
Hi Du, mir gefällt Dein Juligedicht vom Wind. Ich bin gerade verliebt und kann dem Wind - und Deinen schönen Worten gut nachspüren. Du findest treffende Worte der Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit. Kein Wind, kein Sturm kann die Gefühle tief in uns drinnen ersetzen oder übertönen. Mach weiter so. LG Angi
Kommentar am 06.05.2007 10:32 Uhr von Petra
Der Sieg über die Zeit nach einem langen Kampf gesäumt von schönen Worten, unter denen sich auch einige wohlbekannte, uns beide miteinander verbindende befanden ... so einen Sieg kann man sich nur wünschen... wenn die Zeit für uns einst ran ist.
Kommentar am 21.04.2007 02:46 Uhr von Petra
Um die Reihe aufrechtzuerhalten, wäre ja jetzt eigentlich Chris erst wieder dran zu kommentieren ... aber so lange will ich nicht warten. Wer hat sich nicht schon mal in einen Sonnenstrahl verliebt? Aber so schön beschrieben hat das noch niemand. Auch die anderen Zeilen sind erfrischend frühlingsverliebt durchdrungen. Hat Spaß gemacht, zu lesen. Liebe Grüße
von Petra
Kommentar am 08.03.2007 23:42 Uhr von Petra
"Die alten Kleider liegen abgestreift,
die neuen bereit."

Oh Christina, bist du dir bewußt, was du da geschrieben hast?
Gratuliere und lass die ollen Plünnen bloß liegen ....
Kommentar am 08.03.2007 10:27 Uhr von Chris
Dass auch dich dein Mutmacherchen nie verlässt! Welch' schöne Ideen hast du doch für deine immer sehr sorgfältig und treffend formulierten Texte! Sie sind mir wieder ans Herz gegangen. Und so tief traurig auch das 1. Gedicht auf mich wirkt (Weiß er denn nicht, wie tief er in dir/ihr ist???), um so hoffnungsvoller klingt das 2., wenn beide zu verhindern wissen, dass aus der Gewissheit des Fürimmerzusammenseins ein routinemäßiges Miteinander entsteht.
Was deine Leseabende betrifft: Alle Achtung, was du alles auf die Beine stellst! Ich wäre so gern dabei, aber es geht doch nun mal nicht. Bleibt mir nur, dir viele Besucher und einen erfolgreichen Abend zu wünschen! Das wird es ganz bestimmt. Liebe Grüße von Chris mal wieder
Kommentar am 26.02.2007 20:28 Uhr von Petra
Am besten gefällt mir die erste Strophe vom "Tag im Januar" und am tiefsten berührt mich die Erklärung zum Valentinstag ...
aber das weißt du ja bestimmt schon längst ...
Liebe Grüße von Petra
Kommentar am 03.11.2006 17:48 Uhr von Chris
Wow, hier regnet es gute Gedichte! Ich musste mich einfach noch einmal zu Wort melden. Besonders das erste und das letzte dieser Auswahl haben es mir angetan. Mit dem Gedicht ,,Türspalt'' bearbeitest du ein eigentlich ernstes Thema auf witzig- spritzige Weise, gemixt mit einem Schuss Selbstironie. Gefällt mir sehr! Man erkennt sich ein bisschen wieder und muss über sich selber lachen.
Der ,,Spätsommer- Blues'' ist für mich ein ganz besonderes, wunderschönes Gedicht. So treffend beobachtet und mit den richtigen Worten beschrieben! Für mich als Natur- Freak einfach eine große Freude es zu lesen.
Die Gedichte 2 und 3 haben für meinen Geschmack etwas zu viel Pathos, aber manchmal ist man halt in dieser Stimmung. Ich freue mich schon auf die Dezember- Auswahl. Viele Grüße von Chris
Kommentar am 06.10.2006 22:23 Uhr von Chrissy
Wunderschöne Gedichte sind das! Man möchte versinken darin. Du sprichst das aus, was ich denke und fühle, aber nicht so gut formulieren kann. Ich hoffe, noch sehr viel mehr von dir lesen zu können. Ich nehme deine Texte wie Nahrung auf oder wie eine sprudelnde Lebensquelle, sie stärken, erfrischen und bereichern mich. Lass diese Quelle nie versiegen!
Liebe Grüße von Chrissy

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