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Hier immer eine Auswahl, die ich regelmäßig austausche.

 

FRÜHLING!!!

 

Dazu passen zwei Gedichte über die Wiederkehr von Lebensfreude,

eine Osterweisheit

und auch ein Gedicht „in Moll"...

 

Viel Freude beim Lesen!

 

 

Mit dir

 
 
Mit dir
möchte ich in die Wiese springen
und statt der verscheuchten Vögel dort singen.
Mit dir
möchte ich mich biegen vor Lachen,
bis uns Magenkrämpfe zu schaffen machen.
Mit dir
möchte ich mal im Rotwein ertrinken
und all den verlorenen Korken nachwinken.
Mit dir
möcht ich aus dem Rahmen fallen,
auch wenn wir auf dem Boden aufknallen.
Mit dir
möchte ich die Manieren vergessen
und Spaghetti nur mit den Fingern aufessen.
Mit dir
der Marktfrau Gedichte vorlesen,
bis sie uns vertreibt, mit dem Gassenbesen.
 
Mit dir
möchte ich auf dem Balken schweben,
mit dem wir sonst vor dem Kopf gern leben.
Mit dir
möcht ich weinen, wenn es grade schmerzt
und aufstehn und kämpfen, immer wieder beherzt.
Mit dir
möchte Aug in Auge ich stehen
und doch dich nur mit dem Herzen ansehen.
Und schweigen
möcht ich - nicht dies eiskalte Schweigen -
sondern das, womit wir Verbundenheit zeigen.
Und dann
möcht ich mit dir statt zu reden versinken,
in grenzenlosen Lüsten ertrinken,
in unendlichen Weiten unser Fühlen verbinden,
um mich - atemlos - bei dir wieder zu finden.
 
Mit dir
soll das alles, was ich kann - allein -
noch einmal um ein Vielfaches schöner sein.
Mit dir
möchte ich ein Zeichen sein.
 
 
 
 
Lieb´ stricken


Komm, lass uns heute Fühlknäuel sein,
häng den Verstand an die Gard´robe.
Lass bloß die Welt heut nicht herein,
die Haut sei deine einz´ge Robe.

Dann will ich gern verstricken mich
mit meinen Maschen ganz in dich,
ich bring dir neue Muster bei,
Faden verlier´n ist einerlei.

Und sind wir endlich ganz verstrickt,
von unser´m Knäuel sehr entzückt,
zieh´n den Verstand wir wieder an,
mit dem man so schlecht stricken kann.
 
 
 
 
Osterweisheit
 
 
Es hat ein Has´ ein Ei verloren,
da stellte er verdutzt die Ohren,
ihm war bis dato nicht mal klar,
dass er ein Osterhase war.
 
Belustigt sah er sich das an,
was er von hinten alles kann,
probiert es später noch mal aus,
doch diesmal kam ein Haufen raus.
 
Es ist nicht alle Tag´ gegeben,
etwas Besonderes zu legen
und ist durchaus ein Frühlingsfest,
wenn man ein Ei mal von sich lässt.
 
 
 
 
Stimmung
 
 
Wie hat sich alles so gerichtet.....
Der Morgen macht November mir aus März.
Die schweren Wolken sind verdichtet.
„Ich will nicht aufsteh´n", klopft mein Herz.
Kläglicher Rabe mimt mir Vogelsang,
Baumblätter halten still. Vermutlich lang.
 
Im Bett hab ich die Frösteldecke.
Ein jeder Zeh versucht sich einzuzieh´n.
Der Schlummer will nicht, dass ich mich schon strecke
und hält mich gnädig noch ein wenig hin.
Ich spüre, dass mich innen etwas sticht.
Und warum wärmt die Badewanne nicht?
 
Dein Zimmer war doch gestern noch nicht traurig.
Mein Fuß über den Boden schleift.
Allein der Kaffee, er kommt zu mir, fertig,
aus deiner Hand, die freundlich meine streift.
Schlaff scheint der Mantel dort am Haken mir.
Doch ich muss heute weg von dir.
 

 


Kommentar am 12.03.2010 05:12 Uhr von Marianne Kohl
Liebe Christina,
wer je Deine Stimme gehört hat - hört Dich in jedem einzelnen Wort was er liest.
Ich kann Dir nur gratulieren.
Lieber Gruß Marianne
Kommentar am 26.02.2009 19:45 Uhr von Angie S.
Hi Christina,
willkommen in 50 Jahren Leben. Mit Höhen und Tiefen - und wie Du treffend beschreibst - mit vielen Facetten. Danke auch noch mal für Deine "Privatlesung" an meinem Geburtstag. Ein schöneres Geschenk konntest Du mir gar nicht machen. *bussi* Deine Angie - dann auf... in die nächsten 50 ...
Kommentar am 06.11.2008 22:23 Uhr von Chris
Eine Bettdecke nur! Wie schade eigentlich. Hatte gehofft, es wäre eine Liebeserklärung an einen Menschen.
Kommentar am 27.08.2008 21:46 Uhr von Chris
Ich habe mich gerade mit deinem ,,Reisegedicht`` befasst und mich spontan dazu entschieden, es von nun an zu meinen Lieblingsgedichten zu zählen. Wieder mal ärgerlich ist nur, dass mir so etwas Schönes und Treffendes nicht selber einfällt. Auch dieses Gedicht erlaube ich mir auf meiner Homepage zu veröffentlichen.
Kommentar am 03.06.2008 01:10 Uhr von Marianne Kohl
Ich bin beeindruckt wie man es nur sein kann. das ich so eine Künstlerin kenne, wusste ich bis jetzt nicht.
Als nächstes werde ich mir die Bücher besorgen.
Alles liebe Frau Kohl
Kommentar am 21.04.2008 10:42 Uhr von Christina
Hallo Namensvetterin:)
Wie bereits angekündigt, habe ich deine Homepage mal unter die Lupe genommen und musste grinsen, als ich das "Kopfwehgedicht" vorfand! Weißt du noch- du hast es bei Cmr geschrieben, als mir der Kopf brummte...Bin schwer beeindruckt von deinen Gedichten; sie sind richtig tiefsinnig! Mach' weiter so:)
Kommentar am 10.03.2008 22:04 Uhr von Christel
Hab lachen müssen über dein Osterhasen- Gedicht. Auf den Punkt treffend formuliert. Und wie wahr!
Kommentar am 06.12.2007 Uhr von Dieter
Die \"Zwei Reisen\" gefallen mehr aus bekanntem Grund natürlich am besten.<br />
Aber die \"alternativen\" Weihnachts- und Silvetergedichte sind auch nicht übel.
Kommentar am 30.10.2007 10:19 Uhr von Angi
Hallo Christina,

ich wollte mich - auch hier nochmal -für deine Lesung vom Sonntag, den 28.10.07 im Courage bedanken.
Es war schön und anrührend, Deine Texte nicht nur zu lesen, sondern auch zu hören. Danke... und mach weiter so.

Liebe Grüße Angi
Kommentar am 23.08.2007 08:36 Uhr von Petra
Graswispern ....
- der Boden riecht grasig, das Grün ist so warm -
das ist es, das Sommergefühl unter weißen Wolken, gut nachvollziehbar und und sommerlich leicht geschrieben. Es gefällt mir am besten aus der Kollektion der Sommergedichte.
Liebe Grüße von Petra und, um deine worte zu bemühen: - ich freu´ mich von Herzen und lass mich nicht stör´n
gelegentlich noch das Gras wispern zu hör´n.-
Kommentar am 26.07.2007 14:23 Uhr von Angi
Hi Du, mir gefällt Dein Juligedicht vom Wind. Ich bin gerade verliebt und kann dem Wind - und Deinen schönen Worten gut nachspüren. Du findest treffende Worte der Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit. Kein Wind, kein Sturm kann die Gefühle tief in uns drinnen ersetzen oder übertönen. Mach weiter so. LG Angi
Kommentar am 06.05.2007 10:32 Uhr von Petra
Der Sieg über die Zeit nach einem langen Kampf gesäumt von schönen Worten, unter denen sich auch einige wohlbekannte, uns beide miteinander verbindende befanden ... so einen Sieg kann man sich nur wünschen... wenn die Zeit für uns einst ran ist.
Kommentar am 21.04.2007 02:46 Uhr von Petra
Um die Reihe aufrechtzuerhalten, wäre ja jetzt eigentlich Chris erst wieder dran zu kommentieren ... aber so lange will ich nicht warten. Wer hat sich nicht schon mal in einen Sonnenstrahl verliebt? Aber so schön beschrieben hat das noch niemand. Auch die anderen Zeilen sind erfrischend frühlingsverliebt durchdrungen. Hat Spaß gemacht, zu lesen. Liebe Grüße
von Petra
Kommentar am 08.03.2007 23:42 Uhr von Petra
"Die alten Kleider liegen abgestreift,
die neuen bereit."

Oh Christina, bist du dir bewußt, was du da geschrieben hast?
Gratuliere und lass die ollen Plünnen bloß liegen ....
Kommentar am 08.03.2007 10:27 Uhr von Chris
Dass auch dich dein Mutmacherchen nie verlässt! Welch' schöne Ideen hast du doch für deine immer sehr sorgfältig und treffend formulierten Texte! Sie sind mir wieder ans Herz gegangen. Und so tief traurig auch das 1. Gedicht auf mich wirkt (Weiß er denn nicht, wie tief er in dir/ihr ist???), um so hoffnungsvoller klingt das 2., wenn beide zu verhindern wissen, dass aus der Gewissheit des Fürimmerzusammenseins ein routinemäßiges Miteinander entsteht.
Was deine Leseabende betrifft: Alle Achtung, was du alles auf die Beine stellst! Ich wäre so gern dabei, aber es geht doch nun mal nicht. Bleibt mir nur, dir viele Besucher und einen erfolgreichen Abend zu wünschen! Das wird es ganz bestimmt. Liebe Grüße von Chris mal wieder
Kommentar am 26.02.2007 20:28 Uhr von Petra
Am besten gefällt mir die erste Strophe vom "Tag im Januar" und am tiefsten berührt mich die Erklärung zum Valentinstag ...
aber das weißt du ja bestimmt schon längst ...
Liebe Grüße von Petra
Kommentar am 03.11.2006 17:48 Uhr von Chris
Wow, hier regnet es gute Gedichte! Ich musste mich einfach noch einmal zu Wort melden. Besonders das erste und das letzte dieser Auswahl haben es mir angetan. Mit dem Gedicht ,,Türspalt'' bearbeitest du ein eigentlich ernstes Thema auf witzig- spritzige Weise, gemixt mit einem Schuss Selbstironie. Gefällt mir sehr! Man erkennt sich ein bisschen wieder und muss über sich selber lachen.
Der ,,Spätsommer- Blues'' ist für mich ein ganz besonderes, wunderschönes Gedicht. So treffend beobachtet und mit den richtigen Worten beschrieben! Für mich als Natur- Freak einfach eine große Freude es zu lesen.
Die Gedichte 2 und 3 haben für meinen Geschmack etwas zu viel Pathos, aber manchmal ist man halt in dieser Stimmung. Ich freue mich schon auf die Dezember- Auswahl. Viele Grüße von Chris
Kommentar am 06.10.2006 22:23 Uhr von Chrissy
Wunderschöne Gedichte sind das! Man möchte versinken darin. Du sprichst das aus, was ich denke und fühle, aber nicht so gut formulieren kann. Ich hoffe, noch sehr viel mehr von dir lesen zu können. Ich nehme deine Texte wie Nahrung auf oder wie eine sprudelnde Lebensquelle, sie stärken, erfrischen und bereichern mich. Lass diese Quelle nie versiegen!
Liebe Grüße von Chrissy

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